Betonfarbe, Slurry, Flüssigfarbe, Pigment
Betonfarbe, Slurry, Flüssigfarbe, Pigment

BETONTECHNOLOGISCHE FARBANALYSE

„Colourize your Concrete“- Konzept

         
Das Thema Betonfarbe beinhaltet mehr als die Auswahl eines Farbtons. Da das Farbergebnis nicht nur vom ausgesuchten Farbprodukt sondern auch von verschiedenen betontechnologischen Parameter abhängig ist, haben wir das „Colourize your concrete“-Konzept entwickelt. Die einzelnen Schritte werden kurz erklärt. 
                               

WAS IST DAS „COLOURIZE YOUR CONCRETE“- KONZEPT?

Es betrachtet die Betoneinfärbung im Kontext der Kundenrezeptur. Es zieht die spezifische Eigenfarbe des Zements, die der Gesteinskörnung und den w/z-Wert in Betracht. So gibt es später keine bösen Überraschungen.
         

1. FARBWUNSCH ABKLÄREN

Zunächst wird der Farbwunsch des Kunden abgeklärt und definiert. Oftmals ist der Farbwunsch individuell und orientiert sich an bestimmten Farben in der Natur oder an genormten Farbsystemen. Für die Kommunikation der Vorstellungen sind Musterstücke wie Bruchkanten, Beton- und Natursteine oder Farbsysteme wie RAL oder PANTONE® sehr hilfreich.
               

2. BETONFARBE ENTWICKELN

Nach der Definition des individuellen Farbwunsches wird eine entsprechende Betonfarbe entwickelt. Solche so genannten Farbnachstellungen werden durch das Mischen verschiedener Pigmente erzielt. Sobald die Farbnachstellung abgeschlossen ist, wird sie in Mustersteinen getestet.
             

3. FARBE DER ZUSCHLÄGE ANALYSIEREN

Auch wenn die Zuschläge des Betons normalerweise vollständig vom Zementleim ummantelt werden, können farbige Gesteinskörnungen durch den Leim hindurchscheinen und das Farbergebnis im Beton so mit ihrer Eigenfarbe beeinflussen. Diese Einflussgröße sollte bei der Betoneinfärbung unbedingt berücksichtigt werden.
                           

4. FARBE DES ZEMENTS TESTEN

Die Eigenfarbe des Bindemittels ist ein wesentlicher Einflussfaktor bei der Betoneinfärbung. Grundsätzlich wird die Farbausprägung bei Verwendung eines Weißzementes reiner, heller, intensiver und leuchtender. Handelsüblicher grauer Portlandzement schwächt die Farbintensivität vergleichsweise ab und lässt das Farbergebnis dunkler erscheinen. Allerdings ist grau nicht gleich grau. Der Farbton von kann erheblich schwanken und muss bei der Betoneinfärbung unbedingt beachtet werden.
                 

5. DOSIERHÖHE BESTIMMEN

Je nach Farbpigment und gewünschter Farbstärke liegt die praxisgängige Dosierung
bei Pulverpigmenten zwischen 1– 5 % bezogen auf den Bindemittelgehalt.
Bei Flüssigfarben liegt die Dosierhöhe meist im Bereich von 2– 8 %, ebenfalls bezogen auf den Bindemittelgehalt. Während die Farbintensität des Betons zunächst mit einer höheren Farbdosierung zunimmt, tritt für jedes Pigment oberhalb einer bestimmten Pigmentierung der so genannte Sättigungspunkt ein. Um den kundenspezifischen Farbwusch zu realisieren, werden unterschiedliche Dosierhöhen von der Anwendungstechnik ausgetestet.
                       

6. W/Z-WERT PRÜFEN

Eine weitere entscheidende Einflussgröße für das Farbergebnis ist der w/z-Wert des Betons. Schon geringe Schwankungen des w/z-Werts können zu unterschiedlichen
Farbergebnissen führen. Deshalb sollte der Wasserhaushalt unbedingt konstant
gehalten werden. Der Einfluss des kundenspezifischen Werts sollte vorab vom betontechnologischen Service der Ha-Be geprüft werden.
                 

7. REZEPTUR ERAEBEITEN

Die Betoneinfärbung wird durch die Berücksichtigung dieser betontechnologischen Parameter bestmöglich getestet. Die so entwickelte Rezepturempfehlung vermeidet böse Überraschungen im Betonwerk und auf der Baustelle.
                   

8. PROBEFLÄCHEN / MUSTER ANLEGEN

Neben diesen Aspekten spielen auch der Mischer selbst, der Mischprozess, die Mischzeit, die Verarbeitung und der Einbau eine Rolle bei der Farbgebung des Betons. Deshalb sollten unbedingt Muster oder Erprobungsflächen unter Praxisbedingungen angefertigt werden.
                   

8. ERFOLGREICH BETONIEREN

Sind die Erprobungsflächen abgenommen, so sollte einer erfolgreichen Betonage nichts mehr im Wege stehen.


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